Getestet auf: Sony Ericsson K750i
Version: 1.0
Was hat HandyGames sich nur gedacht, als sie sich dazu entschieden ein Spiel zur beliebten Pc-Rollenspielserie Gothic zu produzieren? Wie soll es möglich sein ein Spiel aufs Handy zu bringen, dessen Vorbild von einer epischen, unglaublich dichten Story und Atmosphäre lebt. Das kann nichts werden, urteilten viele Fans schon im vorraus. Man sprach vom Ausverkauf der Marke Gothic, von reiner Geldmache ohne Achtung vor den Fans. Manche glaubten sogar an den Tod ihres Lieblingsspiels, sollte ein weiterer Schnellschuß, wie das vollkommen verbugte Pc-Spiel Gothic 3, den Namen der Serie beschmutzen. HandyGames hatte es offensichtlich nicht einfach. Die Frage ist nur, ob man sich von soviel schlechter Rede beeindrucken lassen hat.
StoryIn Gothic 3 - The Beginning schlüpft man in die Rolle des jungen Xardas, dass allerdings 140 Jahre vor dem eigentlichen ersten Teil der Serie. Eines Nachts wird Xardas von Buthomars Geist heimgesucht, der ihn um Hilfe bei der Rettung der Welt bittet. Xardas hält sich im ersten Moment für verrückt, entscheidet dann aber seiner Vision zu folgen, frei nach dem Motto: Ich hab grad eh nix besseres vor...Die Aufgabe des Spielers ist es 4 Runensteine aus versiegelten Tempeln zu retten, bevor das Böse, verkörpert durch einen uralten Pakt, der nach neuer Macht strebt. Xardas bekommt bei dieser Aufgabe Hilfe von 4 Auserwählten, die die Schlüssel zu den Tempeln hüten.
GameplayBei der Reise durch Khorinis trifft Xardas natürlich nicht nur auf Freunde, sondern auch auf wilde Tiere, Banditen, Orks und Untote, die ihm ans Leder wollen. Erwähren kann man sich ihnen mit Hilfe verschiedener Waffen und der Runensteine, die dem Spieler magische Fähigkeiten verleihen. Mittels frei belegbarer Shortkeys ist es kein Problem mehrere Waffen zu benutzen.
Die Reise durch Khorinis gestaltet sich ähnlich, wie bei Fishlabs Blades&Magic. Auf einer Übersichtskarte wechselt man zwischen verschiedenen betretbaren Orten und her. Allerdings kann man sich auf der Karte frei Bewegung. Hin und wieder trifft man dabei auf zufallsgenerierte Karten, auf den Gegner lauern und Schätze auf ihre Entdeckung warten.
Wie bei RPGs üblich bekommt man für das Töten von Gegnern Erfahrungspunkte, die einen ins nächste Level befördern. Pro Level-Up erhält man Lernpunkte, die man wiederum in Fähigkeiten und Attribute, wie Umgang mit Einhandwaffen oder Lebensenergie stecken kann.
Natürlich muss man nicht streng der Haupthandlung folgen, sondern kann auch Nebenquests erledigen, die man von NPCs bekommt.
GrafikGrafisch überzeugt Gothic 3 (fast) auf ganzer Linie. Die Welt scheint wirklich zu leben, denn anders als bei anderen Spielen, sind die NPCs (bis auf einige wenige) ständig unterwegs. Hier und dort brennt ein kleines, schick animiertes Feuer und Xardas hinterlässt sogar Fußspuren im Schnee.
Beim Waffenwechsel erkennt man ob Xardas gerade mit einem Schwert, einer Lanze, Axt oder einem Bogen bewaffnet ist.
Leider sind manche Details auf dem Display kaum sichtbar, da sie zu klein geraten sind. Besonders auf der Übersichtskarte muss man manchmal wirklich nach Orten suchen. Da entpuppt sich ein vermeintlicher Schneehügel als Räuberhöhle. Etwas flüssiger hätte auch die Animation des Helden sein können.
SoundVor allem für Fans der Gothic-Serie bietet sich ihr ein Ohrenschmaus, da die Songs von Gothic 3 - The Beginning beim großen Bruder entlehnt sind. Ich persönlich bevorzuge allerdings das Spielen ohne Sound, von daher kann ich gar nicht soviel zur Musik sagen. Kampfgeräusche gibt es keine.
Eigener EindruckGothic 3 macht süchtig, definitiv. Außerdem sollte man Zeit mitbringen, denn der Umfang des Spiels ist nicht zu verachten. Ist man einmal richtig in der Geschichte drin, kann man einfach nicht mehr aufhören. Der Schwierigkeitsgrad ist anfangs leider recht hoch, weil man einerseits schnell im Kampf stirbt, andererseit nicht jeden Ort sofort findet. Mit den ersten Items und einem geschärftem Blick für die winzigen Details wird es dann aber schnell einfacher.
Atmosphärisch ist das Spiel absolut top. Dazu trägt nicht nur das von mir geliebte Gothic-Szenario bei, sondern auch der bekannte, teils rauhe, teils witzige Ton im Umgang mit anderen Spielfiguren, der auch Nicht-Gothic-Fans zum schmunzeln bringen sollte. Geredet wird übrigens viel, selten zuviel, da man durch Gespräche mit den NPCs auch einiges über die Welt lernt und Khoronis noch etwas lebendiger werden lässt. Nur das ständige Laden der neuen Karten hat mich etwas genervt.
Zu guter letzt: HandyGames hat all die Kritiker lügen gestraft. Gothic 3 - The Beginning ist nicht einfach nur Geldmache ohne Sinn und Verstand. Es ist kein Schandfleck in der Serie und auch Spieler, die ihr Handy nur zum Telefonieren nutzen, sollten einen Blick riskieren. Aber das beste an Gothic 3 - The Beginning: Es ist nicht gnadenlos verbuggt und hat somit dem Namensgeber einiges vorraus.
Screenshots
Linkshttp://www.handy-games.com/public/software_details.php?software=213&language=de