Guten Abend!

Vorgestern und gestern habe ich auf die Schnelle zum zweiten Mal
Saint Stone I - Knight Legend (fast) durchgespielt:
Das Spiel selber ist interessant, auch wenn ich mit einem großen Handicap spielen musste. Genaueres erfahrt ihr in diesem Review.
Story:
Da mir das Spiel nur in der englischen Version vorliegt, versuche ich mich an einer freien Übersetzung - generell geht es darum, dass vor langer Zeit der im Spiel genannte "Destruction Devil" mit Hilfe einer Göttin besiegt und versiegelt wurde. Dieses Siegel droht nun zu brechen und so wird nach einem Held gesucht, der mutig und mächtig genug ist, das Siegel zu erneuern, oder aber, im Falle eines bereits stattgefundenen Siegelbruchs, den Kampf gegen den Destruction Devil aufnimmt und ihn erneut versiegelt. Die Vorzeichen, das Auftauchen von Monstern in Gefilden rund um die Städte, zeigen auf, dass Eile geboten ist. Doch ohne Hilfe schafft es der Held nicht, und so muss er nach der Reinkarnation der Göttin suchen, die er in einer jungen Frau findet. Diese ist dazu auserkoren, mit Hilfe unseres Helden den Kampf gegen den Destruction Devil aufzunehmen.
Gameplay:
Das Spiel ist nicht sonderlich schwer, wenn man weiß, worauf man achten muss. Zudem bietet es die eine oder andere Überraschung, die mich auch schon manchmal ein Leben gekostet hat. Wie in den meisten RPG-Spielen werdet ihr sofort mit dem Helden vertraut gemacht, dem ihr mit dem Besiegen von Monstern und dem Erfüllen von Quests in Form von Level-Ups zu mehr Stärke und Macht verhelft. Mit jedem neuen Stufenaufstieg könnt ihr 3 Punkte frei auf die Attribute Stärke, Mentalität und Agilität verteilen. Recht schnell erlernt man den Heilzauber und sobald man die Reinkarnation der Göttin findet, werden nach und nach drei Angriffszauber freigeschaltet (Feuer, Eis, Blitz). Gemäß Beschreibung lassen sich diese auch "leveln" und sogar auf eine Vielzahl von Gegnern anwenden
*. Je weiter man im Spiel voranschreitet, umso stärkere Gegner müssen bekämpft werden. Doch auch beim Erreichen bestimmter Spielabschnitte wird die Stärke von Monstern erhöht; so kann es durchaus sein, dass soeben noch leicht bezwingbare Pilze zu echt hartnäckigen Zeitgenossen werden. Die Handlung folgt dem Mainquest, welches auf die Konfrontation mit dem Destruction Devil hinarbeitet. Daneben gibt es viele kleiner Aufgaben zu lösen, die zum Erfahrungsgewinn beitragen. Leider sind die Questgeber nicht offensichtlich gekennzeichnet (vgl. "?" oder "!" über dem Kopf) und müssen durch Ansprechen entdeckt werden. Stirbt man, wird der Held nach Abzug einiger Erfahrungspunkte automatisch in der zuletzt besuchten Stadt wiederbelebt. Das kann durch die Verbesserung der Ausrüstung, die leider nur aus zwei Bestandteilen, nämlich Schwert und Rüstung, besteht, verhindert werden. Es ist ratsam, nach dem Looten einen Blick ins Inventar zu werfen, denn die aufgenommenen Items sind nicht namentlich benannt oder farblich aufgrund ihrer Stärke deklariert worden. Zu guter Letzt ermöglichen zwei Slots flexibles Speichern.
Steuerung:
Die Steuerung mit einem Touchscreen-Handy birgt einige Tücken. Das liegt in erster Linie daran, dass man für das, was neben dem eigentlichen Kampfgeschehen zu tun ist (Nutzen von Items, Ausführen von Zaubern), immer über die Num-Taste in den numerischen Bereich wechseln muss (sofern man mit den Pfeiltasten spielt). Das Zuschlagen selbst erfolgt mit der Bestätigungstaste, die man bequemerweise auch gedrückt halten kann. Das ist für das Füllen der Kampfleiste von Vorteil, mit der sich, sobald sie aufgeladen ist, bei zweimaligen Drücken der OK-Taste ein Vorwärtsstreich vollführen lässt, der dem Gegner weitaus höheren Schaden zufügt. Items wie Tränke oder Kräuter und Zauber können aber bedauerlicherweise nur über die Schnelltasten aktiviert werden. Die 1 und 3 sind für Zauber reserviert, wohingegen verbrauchbare Gegenstände auf der 7 und 9 "abgelegt" werden können. Das Einsammeln und Abwerfen von Loot erfolgt über die #-Taste.
Grafik:
Die Grafik kann sich wirklich sehen lassen und ist deutlich feingetunter als beispielsweise bei Heroes Lore. Dafür muss das Spiel in anderen Belangen wie den grafischen Zusatzelementen zurückstecken. So gibt es zum Beispiel keine Charakterportraits über den Textboxen und, was ich persönlich sehr schade finde, keine Unterschiede des charakterlichen Aussehens beim Anlegen anderer Schwerter oder Rüstungen.
Eigener Eindruck:
Für den kurzweiligen Zeitvertrieb ist das Spiel sicherlich zu empfehlen, allerdings wird jede Hoffnung im Keim erstickt, dass man außer durch das Aufleveln Einfluss auf charakterliche Vorzüge nehmen kann, da das Spiel noch nicht einmal über den Hauch eines Crafting-Ansatzes verfügt. Die Basis macht dennoch einen soliden Eindruck, was wohl vor allem der wirklich anschaulichen Grafik zu verdanken ist.
* Den Destruction Devil habe ich nicht besiegt, da auf meinem "Keks" die Angriffszauber nicht funktionierten (interessanterweise funktionierte der Heilzauber!). Das erschwerte das Vorankommen an einigen Stellen erheblich und entbehrt an dieser Stelle vielleicht einem positiveren Eindruck von Saint Stone I - Knight Legends. Das sollte euch aber nicht davon abhalten, das Spiel selber einmal auszuprobieren.Screenshots:
Getestet auf: LG KP500 "Cookie" ("Keks")